D I E   Z E I T U N G   F Ü R   D I E   I N S E L

10. JG, Tel. 0 38 38 / 80 99-0 22. August - 28. August 2001 unabhängig - überparteilich

Hauen und Stechen

"Investorenfreundliches Rügen"
Tätliche Angriffe


Rügen (tw). Am 13. Oktober 2000 wurde gegen 22.30 Uhr in Breege auf den in Österreich lebenden Investor Peter Heimig bei dessen Abendspaziergang in der Dorfstraße ein tätlicher Angriff verübt. Der asthmakranke 61-jährige Geschäftsmann wurde dabei von hinten gepackt, angehoben und bedroht : "Wenn du anfängst zu bauen, bist du ein toter Mann.

Leute wie dich brauchen wir hier nicht." Auf die Frage, was er dem Angreifer getan habe, soll dieser sinngemäß geantwortet haben : "Ich mache das für meine Genossen vom Bündnis für Rügen." Der Schock hatte beim Angegriffenen einen schweren Asthmaanfall ausgelöst. Der Polizei konnte er den Täter später als etwa 50-jährig, mit rechteckigem, kantigem Gesicht, gestutztem Vollbart und seiner Bekleidung beschreiben.

Zuvor hatte Heimig noch feststellen müssen, dass Unbekannte die Grenzsteine seines Grundstückes am Wieker Weg in Breege entfernt hatten. Zu allem Überfluss war in der Nacht zum 9. Oktober, dies bereits zum wiederholten Mal, in sein Fahrzeug eingebrochen worden, bei dem zwei Aktenordner mit Projektunterlagen für den Wirtschaftspark "Rüganer-Land" (Der Rüganer berichtete) entwendet wurden.

Viele fragen sich, wer daran Interesse haben könnte, einen Investor so massiv zu bedrohen, zu behindern oder zu verprellen, dessen Projekt fast 150 Arbeitsplätze schaffen und die touristische Attraktivität des Ortes steigern kann. Peter Heimig ist sich sicher, dass es in Wahrheit nicht die "Genossen vom Bündnis für Rügen" sein können, die sich solch krimineller Machenschaften bedienen.

Es geht wohl eher um das durch rechtswirksamen B-Plan als Bauland ausgewiesene Grundstück, mit dem Heimig das Mischgebiet auch für kleinteilige Existenzgründungen im Wirtschaftspark realisieren will.

Investorenfreundlichkeit Rügens überprüfen

Baubeginn nun möglich / Wunder dauern etwas länger

1991 erwarb Peter Heimig den Acker in Breege zum Preis von Bauland. 1997 erhielt er von der Gemeinde Baufreiheit und erteilte zwei Tage später den Auftrag für die Erschließungsprojektion. "Doch wie im Krimi wird seit diesem Zeitpunkt be- und verhindert und im Hintergrund ziehen skrupellose "Dunkelmänner" ihre Drähte beziehungsweise werden bestimmte Verbindungen aktiv und lassen auch wiederholt Post verschwinden", so Heimig.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen der Vorgänge bereits seit längerem. Auf Nachfrage in der Region erklären uns Kenner der Szene, die nicht genannt werden wollen: "Die wollen das Land, möglichst zu einem Spottpreis. Sie möchten erreichen, dass Peter Heimig resigniert und den in zehn Jahren

zum Bauland entwickelten Acker letztlich verkauft. Oder werden versuchen, mit allen Mitteln die B-Planung platt zu machen und diesen Vorgang als legal darzustellen. Das wäre auf Rügen ja nichts Neues." Während die Staatsanwaltschaft gegen Unbekannt ermittelt, hält Heimig an seinem Projekt vorab fest.

Nachdem der Landkreis nach fünf Jahren Verhandlungen mit der Gemeinde vor kurzem eine Möglichkeit gefunden hat das Problem der "Erschließung über die Allee" zu klären, versucht Heimig nun wieder mit der Gemeinde Breege letzte Hürden zu überwinden, damit der Wirtschaftspark endlich Gestalt annehmen kann. Dies würde der Gemeinde zum Vorteil reichen, denn sie erhält nicht nur ein

zusätzliches Baugrundstück von 2.000 Quadratmetern von Heimig, sondern kann dann in
Zukunft auch auf zusätzliche Steuereinnahmen hoffen. Auch die touristische Attraktivität der gemeinde Breege würde deutlich steigen. Das Landratsamt hat Heimig seine Unterstützung zugesagt.

In einem Schreiben von Landrätin Karin Timmel heißt es hierzu: Mir und meinem Haus ist die Bedeutung der baldigen Umsetzung des Projektes für die Region Wittow bewusst und daher werden wir mit allen verfügbaren Kräften Herrn Heimig unterstützen." Peter Heimig wünscht sich Reaktionen auf sein Projekt und das Geschehene.

Die Kontaktaufnahme kann erfolgen unter Tel.: 06187-990159 (Mailbox). Fax.:0043-6583-7066. Mail: Ueberfallruegen@aol.com


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